Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren,
nachdem ich nun in den vergangenen Tagen immer mal andeutende Bruchstücke ins www geworfen hatte, war – wie schon getwittert – heute der große Tag, an dem ich mein neues Mobilfunkgerät erhalten sollte.
Schick ist es. Schlank und stylisch. Funktional. Modern. Schnell. Einfach. Und natürlich – googlisch.
Doch der Reihe nach.
Seinerzeit hatte ich mich aus einem einzigen Grund für den Vorgänger – den MDA Vario – entschieden, nämlich die QWERTZ-Tastatur. Simsen ist zwar damals durch die T9-Geschichte unwahrscheinlich erleichtert worden, aber spätestens seit man ein Handy auch zum mobilen e-mailen nutzen kann ist eine vollständige Tastatur meiner Meinung nach unerlässlich. Dennoch bieten nur wenige Geräte eine solche. Marktführer Blackberry sollte zwingend mal ein Studie in Auftrag geben, wie groß ein durchschnittlicher Finger ist. Und das Angeber- ääh – iPhone hat bekanntlich nur eine dusselige virtuelle Tastatur auf dem Touchscreen. Fünf Minuten hatte ich im T-Punkt damit rumgespielt – bis mir endgültig klar wurde, dass ich damit langfristig nicht glücklich werden würde.
Am vergangenen Montag nervte NDR2 dann gleich ab 8:00 Uhr morgens damit rum: Google G1 – seit heute auf dem Markt. Ich wagte einen kurzen Blick auf die T-Mobile-Seite – auf den ersten Blick ganz annehmbar. Die Tarife – von 25,– bis 120,– – je nach Inklusiv-Minuten /-Volumen /-SMSn/MMSn – wobei für mich, als Sozial-Paranoiker, der sowieso nie telefoniert und wenig simst und das Dingel quasi nur als Terminplaner, Kontaktverwaltung und mobilen WordPress-Zugang nutzen wird, der 25-Euro-Tarif mit 200 MB Volumen erst mal ausreichen sollte.
Azubine war so nett, mir das Teil heute von der Post zu holen. In der Mittagspause hielt ich die Spannung dann nicht mehr aus. SIM-Karte rein, und anwerfen die Kiste (an dieser Stelle Dank an Herrn Google fürs teilweise Akku-Vorladen).
Haben Sie bereits einen google-account? – Ja, klar!
Bitte geben Sie Benutzernamen und Passwort ein. tick-tick-tick, tick-tick-tick…
Und siehe da, schon hab ich Zugriff auf mein Adressbuch, auf meinen Terminplan, auf meine Mails, auf das Internet sowieso, inklusive WordPress… Begeisterung! Und so augenanstrengend wie ich dachte ist es nicht mal – dank 3,2 Zoll Display mit Vollbildmodus kann man verhältnismäßig angenehm surfen. Der eingebaute Trackball macht hektisches Hin-und-Her-Klicken überflüssig, eine recht einfach zu bedienende Zoom-Funktion vereinfacht die Bedienung nochmals wesentlich.
Skeptisch bin ich nach wie vor was den Touchscreen betrifft. Ich habe immer die Befürchtung, dass diese zu anfällig, zu kurzlebig wären. Aber andererseits – der MDA hat die zweieinhalb Jahre auch problemlos überstanden…
Das Innenleben des G1 – sprich die Software – läßt auch kaum einen Wunsch unerfüllt. Und meinen endgültigen Orgasmus inneren Reichsparteitag hatte ich, als ich die Anwendung “maps” startete und auf “Mein Standort” tippte… Wenige Augenblicke später blinkte der blaue Punkt auf “Abzuchtstraße”… Geil, ich hab n Navi!!! Jawohl, da ist ein GPS-Empfänger eingbaut (und der funzt sogar in der Wohnung?!)! Ob er jetzt richtig “routen” kann bezweifele ich zwar noch (wahrscheinlich überzeugt mich das Ding heute noch vom Gegenteil – abwarten), aber wenn ich mich an der Stelle mal daran erinnere, dass ich Anfang vergangenen Jahres in Berlin in der Friedrichstraße eine viertel Stunde in die falsche Richtung gelaufen bin – mit dem kleinen Helferlein wäre mir das nicht passiert! Naja, höchstwahrscheinlich nicht…
Weitere features: 3-Megapixel-Kamera, 2 Gigabyte-Speicherkarte gleich mit drinne (bis zu 8 GB kann es wohl verkraften), Zugriff auf youtube und Android-Market mit tausend und aber tausenden Applikationen zum (gratis) runterladen… (gerade lese ich da was von “free-sms” …. *smile”) – Oder ob ich mir mal schnell den Beer Counter installiere? *gg* Nein, für den Anfang bleibt das System sauber.
Joah, so im Großen und Ganzen – denke ich – war es das erst mal. Viel Schnickschnack, viel Spielerei, aber irgendwie auch zeitgemäß. Gute Kaufentscheidung *aufdieschulterklopf*
Auf die erste Rechnung bin ich dennoch gespannt. oh-oh…