Von Glaube, Kraft und Ruhm
Um ein Haar wäre das Konzert gestern bzw. meine Anteilnahme in die Hose gegangen, erreichte mich doch im Laufe der Woche die Mitteilung, dass “VNV Nation ausverkauft!” sei… Und ich war richtig angepisst, als ich das gehört hatte.
Aber da das Glück bekanntlich mit die Dummen ist konnte ich schließlich doch noch ein Ticket ergattern und durfte dem enorm kräftezehrenden Event in der modernisierten Factory zu Magdeburg beiwohnen…
(Modernisierung = neue Toiletten inklusive robuster Urinale statt der uralten Pissrinne sowie eine Umgestaltung in der Halle selbst – die kleine Bar ist in die Halle vorgezogen worden, und auf der gegenüberliegende Seite ist eine neue DJ-Empore aufgestellt worden. Dumme Idee, erstens siehts provisorisch aus, und zweitens kostet es enorm Platz.)
Back to Topic.
Solar Fake: Hab ich zwischenzeitlich schon wieder erfolgreich verdrängen können, hat mich absolut nicht angesprochen.
Rotersand: Erstmalig im vergangenen Jahr beim Gothic Aid in Hamburg gesehen, damals fand ich sie trotz der enorm ausladenden Bewegungen Rascals eher als ausdruckslos, absolut nicht live-tauglich. Auch der Gedanke Kasperltheater war mir gekommen… Den Gig gestern hingegen fand ich gelungen, durchaus abwechslungsreich.
VNV Nation: Mit einer gehörigen Portion Skepsis bin ich dort gestern angekommen. Rissen mich die VNV-Veröffentlichungen bisher immer direkt vom Hocker so muss ich bei der Of Faith, Power and Glory einfach sagen, dass sich die Herren Harris und Jackson dieses Mal nicht mit dem im Betreff genannten Ruhm bekleckert haben. Es ist ein solides, kraftvolles Album, ohne Frage. Eine gewohnt gelungene Mixtur aus Balladen, schnellen, treibenden Stücken und Mitteldingern. Aber irgendwie nichts herausragendes. Keine Hymne à la Solitary oder Darkangel. Aber vielleicht findet man den Zugang wie so oft erst mit der Zeit.
Mit der Live-Umsetzung hingegen hat man sich im Hause VNV tatsächlich einmal mehr selbst übertroffen. Nicht nur Ronans Hemd glänzte schon nach dem Opener vor Nässe, auch ich war sofort kochledergar. Der twitter-Aufruf an die Facce, doch bitte mal die Klimaanlage anzuwerfen blieb leider ungehört…
Knapp über zwei Stunden wurde ein Potpourri quer durch die Banddiskografie präsentiert. Erstaunlich fand ich, dass das Publikum fast ausschließlich bei den neuen Sachen aufdrehte, und Klassiker wie Solitary oder Joy überhaupt nicht zu kennen schien. Auch konnte ich keine Hau-Drauf-Pogo-Ecke ausmachen. (Nicht, dass man auf diese Fraktion nicht verzichten könnte, aber irgendwie gehört das zu VNV eigentlich dazu…)
Einen kleinen Fast-Ausraster hatte ich im Übrigen auch mal wieder, war doch so ein selbsternannter Aufpasser-Fan schräg hinter mir, der meinte, er müsse mir während einer kurzen Videoaufzeichnung am Arm rumzuppeln mit den Worten “Lass das mal besser sein, das ist nicht erlaubt…” Viel hätte nicht gefehlt, aber er war dann plötzlich weg…
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Now playing: VNV Nation – Perpetual
via FoxyTunes























