CeBIT 2011
Tja, sie ist und bleibt eben doch eine Business-Messe, aller Ankündigungen, sich wieder mehr in Richtung des Endkunden zu orientieren zum Trotz.
Wie von allen Seiten im Vorfeld angekündigt drehte sich alles um “die Cloud“. Für mich als User war dieser Schwerpunkt aber leider völlig bedeutungslos. Und offensichtlich war ich nicht der einzige, der sich davon nicht wirklich angesprochen fühlte – die Vorträge, bei denen ich kurz stehen blieb waren mehr als dünn besetzt, und die Stände erwartungsgemäß sehr abstrakt gestaltet. Zur Ehrenrettung: das Messepublikum war am Wochenende aber sicherlich auch etwas anders strukturiert als unter der Woche…
Auch beim zweiten Großen Thema folgte – aus Usersicht – Ernüchterung. Mobile Lösungen, Tablets, Smartphones wohin man sieht? Fehlanzeige. Ein einziger HTC Flyer war angestöpselt. Kein Incredible S. Dafür aber das Desire HD. Es ist ein tolles Gerät, ohne Frage, aber auf einer Messe möchte ich eigentlich die künftigen Geräte sehen.
Auch die HTC-Wettbewerber waren recht spärlich ausgestattet. Ich hatte kurz Gelegenheit, mit dem Xperia Play rumzudaddeln. Und auch wenn es durchaus einen gewissen Reiz mit sich bringt, zulegen würde ich mir sowas vermutlich nicht: alle Smartphones haben mit der Akkuleistung zu kämpfen, und dieses Gerät saugt jetzt noch zusätzlich Strom durch fette Grafikleistung?
Ein kleines Fazit konnte ich an dieser Stelle für mich persönlich aber doch schon mal ziehen: Im Tablet bzw. Touchbereich darf man wohl auf keinen Fall, niemals nimmer auf zweitklassige Geräte zurückgreifen. Die als Einsteigermodelle angepriesenen Billigteile machen einfach keinen Spaß. Zugegeben, fünf Messetage auf dem Buckel – pardon, Touchscreen – hinterlassen sicher Spuren, frisch aus dem Karton reagiert vielleicht auch Pearls X2G schon auf eine sanfte Geste, ohne das man sich das Blut aus dem Finger drücken muss. Dennoch liegen hier Welten zwischen diesem Device und beispielsweisen einem Samsung Galaxy Tab. Hier gilt wie so oft: wer billig kauft, kauft doppelt!
Nach einem verhältnismäßig drögen, aber unverhältnismäßig teuren Mittagessen – CeBIT eben – ging es dann in die zweite Halbzeit. Hatte ich meine Messebesuche in den Vorjahren nach den Rundgängen immer direkt beendet folgte ich gestern der Einladung von MU:MOBILE USERS, AndroidPIT und Co. zur diesjährigen User Convention. An dieser Stelle noch mal ein dickes Lob für die wirklich tolle Organisation und die spannenden Vorträge.
Besonders hervorzuheben ist auf jeden Fall der unfreiwillig komische Vortrag aus dem Hause Microsoft. Microsoft ist ohne Frage in vielen Bereichen sicherlich zu Recht einer der ganz Großen. Im Hinblick auf die Smartphone-Geschichte hat MS aber auf ganzer Länge versagt. Man lobt hier die ach so innovativen features eines Produktes in den höchsten Tönen, die bei Android und iOS schon seit einer vorvorherigen Generation zum Standard gehören. Und nach wie vor bin ich der Meinung, dass Windows Phone 7 einfach unfertig, provisorisch und unsexy aussieht. Unterhaltsam war der Vortrag aber allemal.
Obwohl der Zeitplan überraschenderweise gnadenlos eingehalten worden war kam Fabien Röhlinger mit seinem Thema “Fragmentierung der Android Plattform” leider etwas zu kurz. Glücklicherweise kann ich mir als Desire-HD-Froyo-User derzeit einreden, dass ich persönlich derzeit von dieser Problematik recht wenig betroffen bin. Aber wir alle wissen ja, wie schnell sich die IT-Uhr dreht…
Kurzes Fazit zum Schluss: CeBIT war cool, interessant, spannend, informativ, anstrengend, und ist bereits heute wieder fest für 2012 eingeplant!
