… geschlaucht ist er. Freitag abend gabs VNV Nation, im zum Bersten überfüllten Meier. Ein Vögelein zwitscherte, dass die Konzertkapazität (800 Menschenwesen) aufgrund eines Fehlers im Onlineticketverkaufssystem weit überschritten worden war.
Dass der Laden kochte versteht sich von selbst! Angekündigt als “the most emotional concert we have done for a long time” knallten Mr. Jackson und Mr. Harris einen Klassiker nach dem anderen ins Publikum, und während ich beim letzten Konzert noch feststellen musste, dass die damaligen Zuschauer die “alten Sachen” überhaupt nicht zu kennen schienen dankte das Publikum diesmal für jeden einzelnen Song mit nicht enden wollendem Applaus. Rubicon stand scheinbar schon so lange Zeit nicht mehr auf dem Programm, dass Ronan den Text vergessen hatte…
Forsaken. Ich war scheinbar nicht der Einzige, der Hoffnung hatte, diesen Song ein mal live performed zu erleben. Kurz und schmerzlos erklärte Ronan, dass es dazu niemals wieder kommen werde, der Song verarbeite den schmerzhaften Verlust eines Menschen, dieses Thema sei nun für ihn erledigt, und er wolle diese alten Wunden nicht wieder aufreissen. Deutlich. Schade. Aber verständlich.
Schließlich wurde mir dann aber die Freude zuteil, den Electronauten endlich mal wieder zu erleben. In der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts war dies immer der krönende Abschluss eines jeden Auftritts. Bei Konzerten der jüngeren Vergangenheit wurde auf diesen Song mit erschreckender Regelmäßigkeit verzichtet. Aber Freitag ging endlich mal wieder die Post ab!
Wermutstropfen zum Schluss: man warf die Ankündigung, nur Songs der Advance and Follow, Praise the Fallen, Empires und Futureperfect zu spielen über Bord und beendete den Abend mit dem – meiner Meinung nach – nervigsten Livesong überhaupt: Perpetual… Dieses dödödödödödödöööö (ab 1:30) kann einem langsam aber sicher so unglaublich auf den Zeiger gehen.



Samstag. Premiere: Ich ging zum ersten Mal ins neue Tor III, eine kleine Location mit Jugendclubflair, aber keine fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt. Die Tatsache, dass ich mir über Anfahrt, Parkplatz etc. so überhaupt keine Gedanken machen muss führte dazu, dass ich verhältnismäßig spät, quasi schon in die Zugabe von Battle Scream reinplatzte. War aber nicht schlimm, erstens fand ich die schon beim letzten Mal (als Vorband von Pitchfork in Weissenfels) recht belanglos, und zweitens war ich eigentlich ausschließlich wegen Rabia Sorda da. Leider gelang es aber auch dem hohen Besuch aus Mexico nicht, den Saal richtig zum Kochen zu bringen (obwohl es aufgrund fehlender Belüftung und / oder Klimaanlage eigentlich ein Leichtes gewesen wäre). Zu gerne würde ich mir einreden, dass der Baustellenlook im Tor III nur deshalb herrscht, weil es sich eben um eine solche handelt. Aber ich fürchte, dass man sich mit dieser unfertigen Optik, mit der fiesen dicken Betonsäule direkt vor der Bühne, mit dem Putz, der von Wänden und Decke bröckelt abgefunden hat. Schade. Hätte bestimmt durchaus Potential…

Ansich war der Abend auch nach Rabia Sorda für mich gelaufen. Gegenüber Terminal Choice – dem offiziellen Headliner
– hege ich seit eh und je eine tiefe Abneigung. Hätte ich insofern gleich meine sieben Sachen gepackt und mich nach Hause verdrückt wäre es mir wohl erspart geblieben, dass mir die hackenbreite Gothic-Trulla zwei mal direkt vor die Füße und ein weiteres mal auf die Treppe nach draussen gespiehen hatte. Schön, dass sie nach der Entleerung nicht etwa nach draussen verbracht worden war, sondern sich taumelnd wieder direkt neben mir hinsetzte / -legte. Schön auch, dass das Tor-III-Personal statt Mopp schwingend oder Sägespähne streuend lieber schulterzuckend darauf wartete, dass die Suppe im ganzen Saal breitgetreten wurde.
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Now playing: Synaesthesia – new horizions
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