ich hab da mal ein Problem. Eins vorab: Ich gönne jedem Berufstätigen seinen Feierabend. Ein acht- oder gar zehn-Stunden-Tag ist lang, aber auch sechs (oder vier?) Stunden können gewaltig schlauchen. Man ist dann schon froh, wenn man endlich den Arbeitsplatz hinter sich und alle Fünfe gerade sein lassen kann.
Ungern greife ich an dieser Stelle in die Vorurteilskiste, mein kleiner Exkurs in das Arbeitsleben in der freien Wirtschaft – fernab vom Beamtentum – sei mir aber doch insoweit erlaubt, dass “bei uns” immer noch Leistung zählt, und vor allem: die Arbeit muss erledigt werden… Und in meiner Kinderstube war mir auch noch beigebracht worden, dass man eine Sache zu Ende bringen soll. Ich erinnere mich an Großmutters mahnenden Zeigefinger: Was du heute kannst besorgen das verschiebe nicht auf morgen oder auch Morgen, morgen, nur nicht heute sagen all die faulen Leute…
Doch genug der Floskeln. Ich erwähnte es bereits gegenüber der dunkelhaarigen Politesse (Frau Özdemir?), die hin und wieder für den Parkplatz Glockengießerstrasse zuständig ist: Im Hinblick auf die Parkordnung herrscht hier – insbesondere freitags – am Abend Anarchie!
Die Reaktion ihrer Mitarbeiterin (zur Erinnerung: ich gönne wirklich jedem seinen Feierabend!!): sie lachte. Beziehungsweise: sie grinste. Voller Häme.
Wie wohl Frau Bauerochse reagiert hätte? Die Frau, die selbst dann eine Verkehrsordnungswidrigkeit feststellt, wenn der gültige Anwohnerparkausweis lediglich ein wenig verrutscht auf dem Armaturenbrett liegt, und das Gültigkeitsdatum nicht vollständig zu lesen ist? Dieses unerhörte Vergehen – Ihr Aktenzeichen 232120443 (unter Anderem…) – ereignete sich – wie sollt’ es auch anderes sein – zwischen 13:43 und 16:48 Uhr. (Tatsächlich entfernt habe ich mein Kfz dann allerdings erst am Folgetag, um kurz nach sieben. Aber nach Fünf juckt das bei euch ja scheinbar niemanden mehr…)
Wie dumm also von mir zu glauben, irgendjemand, irgend ein Beamter der Stadt Goslar kümmere sich Freitag abends um die Einhaltung der Parkordnung in der Altstadt. Mitnichten möchte ich an dieser Stelle kritisieren, dass Ortsfremde, Nicht-Anlieger, Nicht-Anwohner hier die regulären Parkplätze zuparken. Wer zuerst kommt, mahlt eben zuerst, schon klar.
Meine heutige Eingabe gilt einzig und allein den Subjekten, die hier regelmäßig auf Zickzacksperrflächen, Gehwegen oder mitten im Kreuzungsbereich parken.
Gibt’s nicht? Gibt’s wohl! Zumindest freitags nach eins. Um es zu konkretisieren: freitags zwischen 19 Uhr und 21 Uhr. Ich war mal so nett, diesen Umstand – trotz fortgeschrittener Stunde und Schneefalls fotografisch festzuhalten:
Nun die alles entscheidende Frage, liebe Goslarer Ordnungsbeamte, lieber Henning Binnewies, was tun wir also, um dieses Fehlverhalten der Mitbürger künftig abzustellen? Oder ist es tatsächlich so, dass man sein Kraftfahrzeug außerhalb der regulären Arbeitszeiten der Goslarer Stadtbediensteten abstellen kann, wo man gerade möchte? Super, dann stehe ich nämlich künftig wochenends in eurer Einfahrt in der Charley-Jacob-Strasse, dort scheint es recht schneegeschützt zu sein. Ich bitte dann aber auch darum, dass euer Hausmeister vernünftig und vor allem frühzeitig räumt!!
Ernsthaft: Hätte wohl jemand die Güte, hier über kurz oder lang mal für Ordnung zu sorgen? Vielen Dank, und eine schöne (kurze) Arbeitswoche.