Android Alien
Nerven hat sie mich gekostet, die vergangene Woche. Und das nicht zu knapp.
Schon seit Monaten kribbelte es in den Fingerchen, und immer wieder hatte die Vernunft gesiegt. Nein, dieser Nippes ist viel zu teuer, unpraktisch, und außerdem hast du doch genügend andere…
Um Uhren geht es. Um eine Uhr! Diese jene welche, die Christian Bales Handgelenk in der grandiosen Fahrenheit-451-Adaption Equilibrium ziehrt.
Diese hier:
Kein Modell, das man mal eben im Uhrengeschäft nebenan erstehen kann. Die muss übern Teich geflogen werden…
Pfingsten hatte ich die DVD mal wieder eingelegt, und anschließend wie gewöhnlich die eBay-Auktionen durchstöbert. Von deutschen Anbietern 100 Euro aufwärts. Ein Brite für rund 75 Euro plus Porto.
Aber hier – eine amerikanischer Verkäufer: 57 Dollar – nur 40 Euro!! Ok, Porto würde auch noch mal mit 48 Dollar, sprich 35 Euro zu Buche schlagen.
3,2,1, … meins! Natürlich sofort via paypal gezahlt, und dann hieß es warten.
Der Verkäufer war so nett, mir den Link zur FedEx-Sendungsverfolgung zu schicken, alle paar Stunden hatte ich nachgesehen. Auburn Hills — Memphis — “abgeschickt von FedEx Station” — dann Ankunft in Frankfurt.
Freigabeverzögerung. “Zurückgehalten, freigeben durch Aufsichtsbehörde nach Abflug des Flugzeugs” Nein, verdammt. Schon so oft bei SpiegelTV gesehen, jetzt erwischt es mich. Irgendwelche Markenrechtsverletzung, illegale Machenschaften des Verkäufers, was auch immer – die beschlagnahmen das Ding…
Alles verläuft glimpflich, Zollfreigabe, und sie begibt sich auf den Weg nach Hannover. Von dort aus sollte sie mich via Braunschweig dann am vergangenen Freitag erreichen.
Angeblich war sie auch hier. Aber ich zu dem Zeitpunkt nicht. Der FedEx-Mensch war auch so nett, sie nicht dem Nachbarn anzuvertrauen und auch keinen Zettel in den Briefkasten zu werfen. Und weil die Kollegen ihr Wochenende heilig halten vereinbarte ich dann erst für den darauffolgenden Montag eine Alternativzustellung im Büro.
Noch ein Wochenende warten…
Die Montagsuhr drehte sich, es wurde Mittag, Nachmittag, der Feierabend nahte, und in der Sendungsverfolgung stand immer noch “Auf FedEx Fahrzeug zur Zustellung”. (So weit ist Braunschweig ja nun wirklich nicht…)
Keiner kam. Zu Hause war er auch nicht. Meine Kinnlade fiel dann, als der Hotline-Mensch mir erklären wollte, der Zusteller habe niemanden angetroffen. Guter Mann, lassen Sie das mal nicht meinen Chef hören! Das Büro IST zwischen 8 und 18 Uhr besetzt. Immer! Hat der Zusteller geklingelt, oder hat er an der Straße gewartet, dass ich rauskomme?! Gut, er als kleine Telefonwurst kann nun am wenigsten dafür, aber mit solchen Entgleisungen muss man an der Hotline rechnen. Morgen früh! Und wehe wenn nicht!!
Das “Wehe wenn nicht!” war garnicht mal so weit her geholt, der Verkäufer hatte wohl auch ein Auge auf die Sendungsverfolgung geworfen, und mir zwischenzeitlich auch schon zu verstehen gegeben, dass FedEx die Sendungen nach dem dritten erfolglosen Zustellversuch regelmäßig an den Absender zurückgeben.
Ich wäre Dienstag zur Not auch noch nach Braunschweig gefahren, aber – Gott sei dank! – um kurz vor neun hielt ich das Pakerl dann endlich in Händen.
Und ich muss sagen, sie drückt wirklich tierisch in die Hand, wenn man sich aufstützt…
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