Schlüpfer-Abonnement

Gebetsmühlenartig hört und liest man es überall:

Prüfe die AGB, bevor du im Internet irgendwas bestellst!

Ich bin ehrlich gesagt auch jemand, der sich innerlich kaputtlacht, wenn jemand fragt, wie er denn auf ein Mahn- /Inkassoverfahren im Zusammenhang mit einer Gebrüder-Schmidtlein- oder Online-Content-Ltd.-Geschichte reagieren soll.

‘Wie kann man nur so blöde sein, das weiß doch jeder, dass man sich da nicht anmelden, und schon garnicht seine echten Daten angeben darf!’

Ein kurzer Blick ins Impressum der Homepage (so es denn eines gibt…) zeigt schließlich recht schnell, ob man die Seite gleich wieder verlassen sollte oder nicht. Ist der Anbieter zum Beispiel eine Limited (GmbH britischen Rechts) oder gar eine FZE (Unternehmen mit Sitz in einer Freihandelszone der Vereinigten Arabischen Emirate…), so kann man sich sicherlich gut vorstellen, wie schwierig sich eventuelle Streitigkeiten mit dem Unternehmen gestalten können.

Gerade im Zusammenhang mit einer solchen FZE möchte ich hier – völlig wertfrei – den Auftritt mega-downloads.net vorstellen. Cool, oder? Unternehmen sitzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, bei der Namensgebung des Geschäftsführers könnte genauso gut jemand auf der Tastatur eingeschlafen sein, in Hannover selbstverständlich nur ein Postfach, auch die wenig seriös wirkende 0180er- Hotline ist Pflicht. Und jetzt versuche mal, da irgendwas zu reklamieren….

Ich schweife ab.

Ich finde es ja eigentlich recht spannend, Seite und Betreiber auf solche Stolperfallen zu analysieren. Versteckte Kosten, irgendwo bis zur Unkenntlichkeit in Schachtelsätze in den AGB verpackt, Zusammenarbeit mit Wirtschaftsauskunfteien und / oder Inkassounternehmen oder die Passus mit den völlig überzogenen und rechtlich nicht haltbaren Mahn- und Bankgebühren.

Insofern kann ich eigentlich behaupten, vor solchen Abofallen recht gut gefeit zu sein. Dachte ich, bis gestern.

Vor einiger Zeit war ich in einem Gutschein-Gratisproben-Blog über ein Angebot gestolpert, das eine Gratis-Boxershort und ein extrem reduziertes T-Shirt eines Markenherstellers anpries.

Schwuppdiwupp geordert, und ein paar Tage später hatte ich es auch schon in der Post. Auf der Rechnung dann aber ein merkwürdiger Punkt:

Nein Danke-Abschnitt / Möchten Sie Ihr nächstes Päckchen überspringen, schicken Sie uns einfach diesen Abschnitt ausgefüllt zurück…

Mein … nächstes … Päckchen … ???

Es war mir damals eigentlich schon klar, gestern dann die traurige Gewissheit: Ich bin tatsächlich auf ein Schlüpper-Abo reingefallen!

Und das Beste: der Anbieter sitzt in der Schweiz! 0900er-Hotline  – 0,62 EUR pro Minute! Ich habe aber glücklicherweise noch eine andere Hotline ausfindig machen können, erreichte tatsächlich auch noch den Herrn Würstel, der mir zusicherte, dass das Abo sofort storniert werde und ich darüber auch noch eine schriftliche Bestätigung erhalte. Im Gegenzug versprach ich, die 21,80 EUR (=40 Mark!!) für die beiden Buxen gleich zu überweisen… :roll:

—————-
Now playing: Project Pitchfork – The Swamp of Secrecy
via FoxyTunes

2 Comments

  1. Mai 24th, 2009
    REPLY))

  2. :D :D :D

    1F

  3. ThomThom  
    Januar 5th, 2011
    REPLY))

  4. :D :D:D

    2F

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