Amphi – Zusammenfassung
Einen Zwischenbericht musste ich meinen Lesern schuldig bleiben. Kurze Statements sind zwar schnell mal durchs Hotel-WLan gebeamt, hätte ich jedoch die einzelnen Eindrücke der Festivaltage via MDA getippt würde ich wohl heute noch in Köln sitzen… (Recht schicke Stadt, aber das nur am Rande…)
(Jetzt hab ich zum vierten Mal meinen Anfangssatz weggelöscht…)
Vielleicht zunächst ein paar Worte zu den Bands (ich habe dieses Mal übrigens fast alle gesehen, die ich sehen wollte. Lediglich auch And One / Diary of Dreams musste habe ich verzichtet. Manchmal muss man eben Prioritäten setzen
):
Die Meine beiden Opener – Zeromancer und Welle:Erdball – haben mich gleich am Anfang richtig verblüfft: Köln, nachmittags um zwei – die Sonne brennt, und einige tausend Gruftis lassen es schon richtig krachen. Und das obwohl beide Acts in den letzten Jahren nicht wirklich auf Kundefang gegangen waren…
Auch zu Alexander Veljanov – Sänger von Deine Lakaien - passte die “sonnige” Ausleuchtung nicht wirklich, stimmlich / musikalisch hingegen haben sie wieder vollends überzeugt.
Covenant hatte ich mir zuvor vom Strand aus angehört – ein unglaublich genialer Service des Amphiveranstalters! Cocktails schlürfen mit Blick auf den Rhein und saubere Elektromusik im Rücken…
Während Oomph! habe ich dann zwei mal versucht, mich ins Theater zu drängeln – fast vergebens… Combichrist sind gut. Es waren auch überwiegend Elektroleute da. Aber das nun so viele Combichrist sehen wollten… Schließlich habe ich dann doch noch eine Lücke gefunden. Schweißtreibend ist überhaupt kein Ausdruck.
Tag 2 begann dann mit Spectra*Paris – (Neben-)Projekt der Kirlian-Camera-Sängerin Elena Alice Fossi. Sauber, solide, nett gesungen, mit den optischen Reizen können die Mädels bei mir eben nicht punkten. Aber es war ok.
Das Ich und L’Âme Immortelle habe ich dann leider nur akustisch wahrgenommen, aber pünktlich nach dem Regenguss nach Suicide Commando (die werden auch immer öder, oder?) stand ich dann wieder vor der Hauptbühne (vierte Reihe). Ich hatte in der Vergangenheit schon über so viele Pitchfork-Konzerte berichtet, und jedes Mal stehe ich vor dem selben Problem: mir fehlen die Worte. Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass es nichts zu berichten gäbe, dass es “gewohnt” oder gar “gewöhnlich” gewesen wäre. Im Gegenteil! Nur so viel: ich hab es mal wieder richtig genossen!
Das Abschlusskonzert des Festivals gehörte den Krupps. Unverständlich, warum die ins Theater verbannt wurden (ja, ja, der Grund ist mir schon klar, aber draussen wäre besser gewesen…). Die alten Männer habens noch drauf, aber richtig! Krupps waren damals – 1993, 1994 – mein erster zaghafter Kontakt mit dunkler elektronischer Musik, und jetzt, fast 15 Jahre später durfte ich sie tatsächlich auch mal live erleben…
Und damit bin auch auch an dem Punkt, der mir am Wochenende besonders aufgefallen ist: Der Alterungsprozeß der “Szene”… Hätte man mir vor 10 Jahren, als ich während Festivals noch in Zelten oder in Studentenbuden in Schlafsäcken gepennt hatte gesagt, dass ich jetzt in Sternehotels nächtige, statt auf dem Campingkocher aufgewärmten Dosenraviolis ausgedehnt vom Buffet frühstücke / brunche und statt Katzenwäsche in 180 Sekunden (so lange, wie ein Dusch-Chip reicht) vor den Konzerten noch mal eine dreiviertel Stunde in der Badewanne weiche – ich hätte demjenigen hemmungslos den Vogel gezeigt. Aber mit der Zeit haben sich die Ansprüche gewandelt, und nicht ins negative *lach*.
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Ich sehe, wir werden alle alt.
Für mich hatte das ganze Festival auch viel Luxus und Entspannung, das grenzte schon beinahe an Wellness. *g*
Ich hab dich und Rastus leider nur ein Mal aus dem Taxi gesehen auf dem Weg zum Gelände. Schade! Ich hatte gehofft, dir mal ausführlicher zu begegnen.
REPLY))
schöner bericht

und ja… ab einem gewissen alter kann man so dekadent sein und während eines festivals im 4-sterne-hotel nächtigen. ich würde das nächstes jahr wieder machen.
allein das frühstück war es wert. O:-)