Ich habe in meinem 28 Jahre andauerndem Leben noch nicht einen einzigen Lottoschein gespielt.
Auch wenn ich schon des öfteren in die Traumwelt entflohen bin, in der ich den dicken Millionenjackpot geknackt hatte – im realen Leben bin ich mir meines (Un)Glückes im Spiel durchaus bewusst und spare mir die Euros für den Lottoschein…
Eine Zeit lang habe ich mir auch noch die Mühe gemacht, den Callcenter-Agents der modernen Lottodrücker-Unternehmen meine Meinung über dieses Produkt zu erläutern. Denen war das natürlich Wurscht, die verdienen eben kein Geld mit Leuten, die kein Lotto spielen (wollen). Und mir wurde es auf Dauer auch zu blöde.
Seit 2004 ist dieses “Cold Calling”, also das Anrufen ohne des vorherige Einverständnis des Betroffenen verboten! Ich denke, dass sich seriöse Unternehmen – soweit man das Wort “seriös” in diesem Zusammenhang verwenden sollte – an dieser Stelle durchaus gesetzeskonform verhalten.
Aber wie in jeder Branche gibts wohl auch hier wieder die berüchtigten schwarzen Schafe. Und eins davon hat es mal wieder auf mich abgesehen:
Seit etwa zwei Wochen habe ich täglich nach Feierabend etwa fünf, sechs, + Anrufe – ohne Nummernkennung – immer im Halbstundenrhythmus auf dem Festnetzanrufbeantworter. Theoretisch ist es mir egal, ich bin ja nicht zu Hause… Aber Lars schwillt regelmäßig der Hals, wenn Nachtschicht bedingt um diese Zeit versucht, ein paar Stunden Schlaf zu finden.
Am Freitag Abend schlug dann endlich meine Stunde: der Zufallsgenerator hatte mich ausgewählt (Juchhee) – “Sie haben gewonnen… laber, laber … völlig kostenlos … laber, laber … drücken Sie die Taste “1″ … – Gesagt getan!
Ein junger, dynamischer Call-Agent: “Einen wunderschönen Guten Abend, mit wem habe ich denn das Vergnügen?”
Ich (schon mit durchaus forschem Ton): “Mit wem habe ich denn das Vergnügen?!”
“Mein Name ist Yilmaz.” (A.d.R.: Namen unverändert!)
Ich: “Ok, Herr Yilmaz, von welchem Unternehmen rufen Sie mich an?”
Yilmaz: “Superbonus 49.”
Ich: “Soso, und wo hat diese Firma Ihren Sitz?”
Yilmaz: “In Berlin.”
Ich: “Die Anschrift, bitte.” – Ok, dass war zu billig, das hat ihm nicht mehr geschmeckt, er wollte es mir nicht verraten. Wie ich denn dazu käme, ihn das zu fragen?? Bitte?!? Wie ICH dazu komme??? Wer ruft den in einer penetranten, gesetzeswidrigen Art und Weise bei wem an?
Außerdem wäre es nur sein Job, und er will ja nicht, dass ich seinen Brötchengeber anzeige. Es hätte mir spätestens an dieser Stelle klar sein müssen, dass ich bei dem angeblichen Versuch, mich zu seinem Vorgesetzten durchzustellen aus der Leitung fliegen würde.
Sowas kann ich ja leiden! Mann kann stundenlang mit mir diskutieren, mich anschreien, mich beleidigen – alles keine Problem. Aber wehe wenn jemand einfach auflegt…
Superbonus49 ist ein Geschäftszweig der Fluxx AG aus Altenholz bei Kiel. Ein Anruf dort hat heute ergeben, dass mich (angeblich) niemand von dort angerufen hat, man dort (angeblich) nicht mit derartigen, illegalen Powerdialern arbeitet und mein Name bzw. meine Nummer auch (angeblich) nicht in der dortigen Datenbank enthalten ist (“Ich kann jetzt natürlich nicht auf die unternehmensübergreifende Datenbank zugreifen…”).
Gut, damit sind mir die Ansatzpunkte ausgegangen.
Aber – Ihr Yilmaze dieser Welt – beim nächsten Mal kitzele ich noch ein Spur mehr raus. Und dann geht der Strafantrag raus. Und es ist mir sowas von schnurzegal, wenn ihr dann unter der Brücke landet! Cold Calling ist verboten! In erster Linie ist es aber einfach nur nervig. ICH WILL ES NICHT!
Wer Spaß dran hat, sollte mal dieses Gegenwehrscript ausprobieren.
Ein bißchen Lesestoff zum Thema gibts auf der Seite vom BMJ.
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