Tiamat – Wildhoney
Wie jetzt?? Eine Rezension zu einem 14 Jahre alten Album?? Jawohl!
Tiamat ist in meinem CD-Regal vier mal vertreten. Clouds und A Deeper Kind Of Slumber sagen mit überhaupt nicht zu, Skeleton Skeletron ist so ein „Naja“-Kandidat.
Aber die Wildhoney… Gekäuft während meiner „wilden“ Phase, als ich – zum Entsetzen meiner Mutter – anfing, schwarze Musik zu hören. Als es noch cool war, nachts über die Friedhofsmauer zu klettern und dort das ein oder andere Bier zu trinken. Als ich mit den Drogen anfing *lach*
Anfangs konnte man Tiamat noch reinen Gewissens in die Gröhl-Grunz-Metal-Schublade stecken. Aber Wildhoney passt dort nicht mal ansatzweise rein.
Du denkst, du stehst im Wald.
Vogelgezwitscher, zirpende Grillen, so beginnt der gleichnamige Opener, und geht fließend über zu den brachialen Gitarrenriffs von Whatever That Hurts. Wieder direkt im Anschluss beginnt das wesentlich schnellere The Ar. Der Mittelpart dieses Songs schaltet dann 3 Gänge runter: rhythmisches Pochen, dass an einerseits an einen Herzschlag, andererseits an eine Dampfmaschine erinnert gepaart mir geflüstert vorgetragenen Lyriks.
Eben diese Zwischenstücke machen das Album für mich so besonders.
Als Zwischenstück ist das folgende 25th floor ob seiner Länge von fast zwei Minuten schon fast nicht mehr zu bezeichnen. Es bildet gleichzeitig einen hervorragenden Übergang zum wohl bekanntesten Stück des Albums – Gaia (hiervon gab es wohl auch eine Singleauskoppelung).
An dieser Stelle wandelt sich das ganze Album weg von dem anfänglichen fast brachialen Geknüppel; alles wird ruhiger, harmonischer, chilliger. Die Synthesizer treten immer mehr in den Vordergrund.
Und ab Kaleidoscope geht die Musik dann direkt in den Bauch.
Wie bereits geschrieben habe ich das Album gekauft, als sich in meinem Leben einiges grundlegend änderte. Und wenn man schließlich das elterliche Nest verlässt, langsam beginnt auf eigenen Füßen zu stehen und plötzlich erkennt, dass künftig alles anders sein wird, dann ja dann geht Kaleidoscope gaanz tief ein. Besonders wenn man Samstag nachts mit guten den besten Freunden hoch oben über der Stadt sitzt, und schweigend realisiert, dass die Wege von jetzt an auseinander gehen.
Planets
Treffender hätte Herr Edlund keinen Titel auswählen können. Wieder „nur“ ein Zwischenstück, und doch wieder so viel mehr.
Sommer, Nacht, Schlosspark, sternenklarer Himmel. Leg dich ins Gras, die Augen gen Himmel, und dann schalt dieses Lied an. Du träumst… Und du träumst weiter mit den Klänge von A pocket size sun im Ohr. Und nachdem dieses Lied ausgeklungen ist gibt es nur noch ein:
Repeat!
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