schlotter, schlotter, Angst!
Dass Mittelalter-Fans in Goslar auf ihre Kosten kommen können sollte ja bekannt sein. Aber gerade wenn du auch auf “Hilfe-wir-sind-im-Wald-und-haben-uns-verirrt-und-
irgendwas-schleicht-um-uns-herum”-Filme stehst bietet dir Goslar ein Highlight!
Eins vorab:
Das Grundstück befindet sich in Privatbesitz, das Betreten ist verboten. Zuwiderhandlung ist Hausfriedensbruch!!
Dieses Posting soll also niemanden ermutigen, das Grundstück zu betreten!
Von Anfang an:
Das extremst geile Wetter heute musste genutzt werden. Da Lars heute wieder zur Nachtschicht muss hatten wir eine zeitliche Grenze bei spätestens 4 bis 5 Uhr. Und wegfahren wollten wir sowieso nicht.
Als wir vor ein paar Tagen morgens zusammen zur Arbeit gegangen sind fiel uns ein Funkturm / Sendemast / was auch immer auf einem der umliegenden Berge auf. (Ich gehe die Strecke jeden Morgen, aber dieses Gebilde hab ich bislang nicht bemerkt.)
Ein wenig planlos machten wir uns also auf den Weg, die grobe Richtung: der Steinberg.

Auf halber Höhe etwa bot sich dann schon ein fantastischer Blick über die Stadt:

Diesen Turm kann man von unten nicht sehen, entsprechend überrascht waren wir beide.

Dies sind die beiden Masten, die uns eigentlich da hoch gelockt hatten. Aus der Nähe dann relativ unspektakulär. (Was ist schon besonderes an einem Sendemast…)

Panoramaimpression Harz und Granestausee:

Auf dem Turm waren dann diversen Metallplatten angebracht, die weitere Sehenswürdigkeiten und deren Richtung nannten. Unter anderem das Königsberg-Sanatorium.
Politisch ist diese Ruine immer wieder ein Streitpunkt; Heuschrecken Investoren wollen eine Ferienhausanlage auf den Steinberg stellen, aber – naja, lassen wir das. Noch steht ja, was von diesem Objekt eben noch übrig ist.
Deutliche Spuren im Schnee, wir waren nicht die ersten neugierigen Besucher heute:
Das ehemalige Wachhaus?

Norman Bates würde sich sicherlich wohl fühlen:

Oder auch nicht, die Front ist zwar noch da, aber dahinter steht fast nix mehr:

Höhenangst hin oder her, es hat wirklich gekribbelt. Aber in dem Fall hat die Vernunft gesiegt, seit 1984 rottet das Teil vor sich hin, es war, es IST einfach zu gefährlich!

Was ist das Königsberg-Sanatorium?
Zwischen 1895 und 1974 als Tuberkulose-Heilanstalt genutzt, ab 1974 dann als Heim für geistig behinderte Kinder. 10 Jahre später folgt dann die Schließung; seither ranken sich Gerüchte über das, was seinerzeit mit den Kindern geschah.
Experimente, Missbrauchsfälle und “verschwundene” Kinder. Geht man mit diesen “Storys” im Kopf auf das Gelände, dann wird einem schon etwas mulmig. Und alleine würde ich da mit Sicherheit nicht hingehen!
Viele weitere Infos findest du auf der sehr umfangreichen und detailliert recherchierten Seite des Goslarers Steve Niewisch – hier!
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